13.07.2017 Sog des Feuers (Martin Gerspacher) NWZ

13.07.2017 Sog des Feuers (Martin Gerspacher) NWZ

Müllverbrennungsanlage Göppingen – der Sog des Feuers

Zu „Entsorgung Grüne wollen vertagen“ vom 12. Juli: Wieder einmal wird die Müllverbrennungsanlage Göppingen zum umweltpolitischen Brennpunkt. Der momentane Betreiber EEW (chinesischer Wasser- und Energieversorger) hat für die Kreistagssitzung kommenden Freitag
den Antrag auf eine „maßvolle Erhöhung“ der Müllmenge gestellt. Dies stellt die Tatsachen auf den Kopf! Aber der Reihe nach: Mit der
Privatisierung der Göppinger Anlage 1996 wurde die zu verbrennende Müllmenge auf 120 000 t
beschränkt, dies auch davon ausgehend, dass man ursprünglich nur den im Landkreis anfallenden Müll verbrennen wollte. Die Erweiterung der Verbrennungskapazität auf 140 000 t (2004) und dann auf 157 680 t (2006) erfolgten rasch hintereinander, nebst einer Laufzeitverlängerung um 10 Jahre. Nun soll die Menge auf 180 000 t hochgeschraubt werden und dies bei einer Anlage, die nun schon viele Jahre auf dem Buckel hat. Dies ist von der ursprünglich genehmigten Verbrennungsmenge ausgehend, eine Erhöhung von 50 Prozent. Das ist alles andere als maßvoll.

Die Immissionen werden im Landkreis nochmal deutlich ansteigen und der Sog des Feuers wird weiterhin dafür sorgen, dass der Landkreis kein schlüssiges Müllkonzept umsetzt, siehe Biomülldebakel, fehlende mengen abhängige Müllgebühren, zu geringe Wertstoffcontainerdichte, und so weiter …
Man kann nur hoffen, dass der Kreistag, Proteste im Landkreis und letztendlich das Regierungspräsidium der Sache einen Riegel vorschieben.

Martin Gerspacher,
Bad Ball,
ehemaliger Kreisrat