03.08.17 – Offener Brief an den Landrat (Dr. med. Michael P. Jaumann)

Leserbriefe

03.08.17 – Offener Brief an den Landrat (Dr. med.…

Beratungsunterlage 2017/120 mit Ergänzung bzgl. Antrag EEW auf Erweiterung der Kapazität der Müllverbrennungsanlage (MVA) Göppingen

Sehr geehrter Herr Landrat Wolff,

wir mussten als Bürger feststellen, dass es in dieser Vorlage der Landkreisverwaltung für die Kreisräte – zum größten Teil auf Daten des Betreibers EEW basierend – eine Anzahl von Rechenfehlern und falschen Diagrammen gibt. Sie hatten diese Fehler, wie auch der Geschäftsführer Herr Holpert von der EEW, in der Sitzung vom 26. Juli 2017 öffentlich eingeräumt.

Sicher erinnern Sie den gravierenden Störfall in 2015 in Stuttgart-Münster wo die dortige MVA über Tage, wenn nicht Wochen, massive Quecksilbermengen an die Umwelt „abgegeben“ hat. Die Werte waren so hoch, dass die Messgeräte diese nicht mehr messen konnten. Dies mit entsprechenden Belastungen für die Mitarbeiter sowie die Menschen, Tiere und Pflanzen in der Umgebung.

Wochen haben die Betreiber (EnBW und die Stadt Stuttgart) und die zuständigen Behörden das verschwiegen. Ein gesetzwidriges Verhalten.

In Ihrer Beratungsunterlage für den Kreistag findet sich auf Seite 2 die Tabelle 2. In dieser sind die kontinuierlichen Messungen in der MVA in GP dokumentiert. Es finden sich beim genauen Betrachten deutliche Überschreitungen bei zwei Tagesmittelwerten und vier Halbstundenwerten. In der Kreistagssitzung wurde gesagt „…dass kein Tagesmittelwert, sondern nur Halbstundenwerte überschritten wurden…“ Ist das ein Zufall? Oder wieder einer dieser Fehler (zu Gunsten der Anlage)?

Wie hoch war die jeweilige Überschreitung der Halbstundenmittelwerte in mg/m³? Wie hoch bei den zwei Tagesmittelwerten?

Warum werden die zwei nicht eingehaltenen Tagesmittelwerte in der Bewertung „vergessen“?  Was war die Ursache dafür? Gab es da einen eigentlich meldepflichtigen Störfall?

Ich gehe davon aus, dass Sie meine Fragen innerhalb von zwei Wochen beantworten können.

Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank

Dr. Michael P. Jaumann

 

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